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Wundervoll!

superhands hat wieder einen absoluten Buchtipp für Dich! Die Geschichte eines Jungen, der sich selbst und seinen Freunden beweist, wie es trotz Tiefschläge gelingen kann, seinen Weg zu gehen.

Die beste Zeit hatte August, als er zwei Jahre lang mit einem Astronautenhelm herumlief. Er fühlte sich wie Major Tom, ein einsamer Held im Weltall, ohne Kontakt zur Außenwelt. Doch dann wurde es Zeit, den Helm abzunehmen und sein Gesicht zu zeigen. Und alle haute es um!

„Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer!“ 27 Operationen am Gesicht waren notwendig, um Auggie, wie ihn seine Eltern und seine Schwester liebevoll nennen, ein halbwegs selbstständiges Leben zu ermöglichen. Eine seltene genetische Krankheit hat das Gesicht des Jungen entstellt. Nach vielen Jahren Privatunterricht durch seine Mutter im geschützten Zuhause entscheidet sich die Familie schließlich für den Wechsel in eine öffentliche Schule.

Achtung: Suchtfaktor!

Ab diesem Zeitpunkt ändert sich im Leben des Teenagers und auch in dem seiner Familie alles. Der mutige Schritt, sich alleine der Außenwelt zu stellen, ist nicht nur ein Meilenstein für August selbst, sondern gleichzeitig auch der Beginn einer unglaublichen Sogwirkung, die der Roman erzeugt. (Nur mit Mühe konnte ich das Buch aus der Hand legen!)

In verschiedenen Kapiteln erzählen Personen ihre persönlichen Beziehungen zu August. Das Tolle daran ist, dass man dadurch neue Sichtweisen kennenlernt und man immer besser versteht, wie und warum August – trotz seines auffallenden Äußeren – immer mehr neue Freunde für sich gewinnen kann.

Die Schwester als Beschützerin

Besonders berührend fand ich das Kapitel aus Sicht seiner fünf Jahre älteren Schwester Via, die sich Zeit ihres Lebens um August sorgt, ihn tröstet und ihn beschützt. Doch als auch sie die Schule wechselt, erzählt sie zunächst niemanden von ihrem erkrankten Bruder, aus dem tiefen inneren Wunsch heraus, einmal als unbelastete Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Als die Eltern die Einladung zur Theateraufführung mit Via in der Hauptrolle erhalten, droht ihre künstliche Fassade zu bröckeln.

Auf einfühlsame, unterhaltsame und spannende Art schildert die Autorin das Leben des jungen August, der durch seinen Mut, die eigene Perspektive zu wechseln, sich selbst am meisten beweist. (bk)

"Wunder" von Raquel J. Palacio wurde 2014 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und ist das Romandebüt der in New York lebenden Autorin.

Wunder von Raquel J. Palacio; Carl Hanser Verlag; 381 S.;17,40 €; ab 10 Jahren, ISBN-10: 3446241752, ISBN-13: 978-3446241756


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