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Emil soll es wissen

Ungefähr zu der Zeit als Emil geboren wurde, bekam sein Vater Multiple Sklerose. Emils Mutter hat ihm von der Krankheit seines Vaters erzählt, da war Emil 13 Jahre alt. Sein Vater hätte es ihm bis heute nicht gesagt...

Eines Tages, da war Emil ungefähr 13 Jahre alt, hat ihn seine Mutter vom Hort abgeholt. Eine Stunde früher als sonst! Sie sagte, sie hat sich heute „Zeitausgleich“ von der Arbeit genommen und möchte dafür mit Emil auf ein Eis gehen. Emil gefiel die Idee und doch spürte er, dass seine Mutter anders war. Sie wirkte traurig und auch ihre Stimme war so leise, wie gedämpft.

Heute weiß Emil, warum: Als Emil das Eis schleckte, erzählte ihm seine Mutter, dass sein Vater MS habe. Das sei eine Autoimmunerkrankung, deren Verlauf nicht abschätzbar wäre und sie alle müssten jetzt zusammen halten. Emil wusste nicht, was er sich unter „Autoimmunerkrankung“ vorzustellen hat, geschweige denn, was das für seinen Papa oder für die Familie bedeuten soll. Er spürte nur, es muss was Schlimmes sein, denn seine Mama wischte sich mit einem Taschentuch die Tränen von den Augen.

Offenheit und Ehrlichkeit

Kommt Dir ein Teil der Geschichte bekannt vor? Ist es Dir vielleicht ähnlich ergangen?
Wir von superhands versuchen uns vorzustellen, wie es Emil oder anderen Jugendlichen und Kindern in so einer Situation gehen könnte: auf einmal erfährt man, dass der Papa vielleicht mehr Hilfe von anderen braucht, als er den eigenen Kindern geben kann.

Ab dem Zeitpunkt, wo klar ist, dass es innerhalb der Familie jemanden mit einer chronischen Krankheit gibt, verändert sich der bisherige Alltag. Vielleicht sofort, vielleicht aber erst in kleinen oder großen Schritten. Auch das ist nicht genau vorher zu sagen. Alles scheint unsicher zu sein und zurück bleiben viele, viele Fragen, auf die weder Pflegeexpertinnen, Ärzte oder die eigenen Eltern Antworten geben können. Aber wie geht man mit so vielen Fragen um? Wie hält man das aus, nicht zu wissen, wie es weiter gehen soll?

Jemanden zum Reden haben

In so einer Situation ist es wichtig, jemanden zum Reden zu haben. Jemanden, der zwar auch nicht alle Antworten auf die vielen Fragen weiß, aber der Dir zuhört und Dir helfen kann.

Für viele Krankheiten gibt es heute Unterstützungsangebote und Hilfen, die den Alltag für Deinen Papa, Deine Mama oder Deine Geschwister erleichtern, trotz ihrer Krankheit!

Es gibt verschiedene Organisationen, Selbsthilfegruppen und Angebote, die bei der Pflege und Betreuung Deines erkrankten Familienmitglieds helfen. Wir von superhands helfen Dir und Deiner Familie dabei, die passende Hilfe zu finden.

"Warum kann es nicht mehr so wie früher sein?"

Wir von superhands sind auch für Dich da, um Dir zuzuhören. Du kannst uns erzählen, wovor Du am meisten Angst hast, was Dich am meisten belastet oder was Du Dir am Sehnlichsten wünschst. Du kannst mit uns aber auch über Deine Zukunftspläne reden oder einfach erzählen, was Du gerade machst.

Das Wichtigste für uns ist, dass Du das, was Dich beschäftigt, erzählst und nicht alleine mit Dir herumträgst. Es ist nicht leicht den ersten Schritt zu tun und jemandem von sich zu erzählen, aber Du wirst sehen, es tut gut. Wir nehmen Dir ein bisschen von Deinen Sorgen ab und kümmern uns darum, dass es Dir und Deiner Familie besser geht.

Trau Dich!

Ruf die superhands-Hotline an. Diese ist dienstags und donnerstags von 15 - 17 Uhr besetzt. Der Anruf ist von ganz Deutschland aus kostenlos und für Dich anonym, wenn Du willst.

Tel.: 0800 - 78 73 74 2 (0800 superhands)

Mehr Details zu den Krankheiten, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, findest du hier


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