Beratung

Wird ein Familienmitglied plötzlich schwer krank oder hat einen Unfall und ist dann auf viel Hilfe angewiesen, weiß oftmals niemand so genau, was als Nächstes zu tun ist.

Damit niemand auf der Strecke bleibt, hat sich der Staat hier etwas einfallen lassen:

Jeder Mensch, der Pflege braucht, darf sich beraten lassen. Die Pflegekassen (ein Bereich der Krankenkassen) haben Mitarbeiter, die für solche Situationen extra vorbereitet sind - die sogenannten Pflegeberater. Die Pflegeberater können Euch helfen, notwendige Gelder zu beantragen (zum Beispiel das Pflegegeld). Sie beraten Euch auch aber auch, wenn Ihr beispielsweise Eure Wohnung behindertengerecht umbauen müsst.

Und wie funktioniert das Ganze mit der Beratung jetzt praktisch?

Dein Familienmitglied braucht Hilfe bei der alltäglichen Pflege? Dann rufe zuerst einmal die Krankenkasse Deines Familienmitgliedes an. Dort könnt Ihr einen Antrag auf einen Pflegegrad stellen. Dieser wird dann per Post zu Euch nach Hause geschickt. Nach Ausfüllen der Unterlagen zusammen mit einem Erwachsenen schickt Ihr den Antrag wieder zur Kasse zurück.

Die Pflegekasse wird Euch dann in der Regel einen Gutachter vom Medizinischen Dienst schicken. Nach der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst erhaltet Ihr einen Brief, indem steht, ob Dein Angehöriger in einen Pflegegrad eingruppiert wird oder nicht.

Auch gibt es in Deutschland rund 550 Pflegestützpunkte. Egal wer diese betreibt, sind sie verpflichtet, unabhängig zu beraten und nicht nur über die Pflege zu informieren, sondern Hilfesuchende zu begleiten und praktische Unterstützung zu geben.

Wo der nächste Pflegestützpunkt ist, erfährst Du bei Eurer Pflegekasse oder zum Beispiel auf dieser Website

Hat Dein Familienmitglied bereits einen Pflegegrad, wird von Dir und/oder Deiner Familie ohne professionellen Pflegedienst versorgt und Ihr bekommt Pflegegeld von der Kasse, so habt Ihr trotzdem weiterhin die Möglichkeit, Euch regelmäßig beraten zu lassen. Dies ist sogar so vorgeschrieben( das Ganze nennt sich Pflegekontrollbesuch, wobei die Beratung vor der Kontrolle steht!)

Bei den Pflegegraden II und III ist ein solcher Beratungsbesuch zur Qualitätssicherung nach §37 SGB XI einmal halbjährlich erforderlich und in den Pflegegraden IV und V einmal vierteljährlich. Im Pflegegrad I ist der Besuch keine Pflicht, kann aber auch einmal halbjährlich in Anspruch genommen werden. Dies macht eine Pflegefachkraft, z.B. eines Pflegedienstes, den Ihr dazu anruft und ins Haus bittet. Die Kosten dafür trägt die Pflegekasse.