Warum braucht jemand Hilfe beim Essen und Trinken?

Wenn jemand nicht mehr alleine essen oder trinken kann, kann das verschiedene Gründe haben.

Es kann sein, dass jemand keinen Hunger hat und Du ihn überreden musst, etwas zu essen. Manche Menschen vergessen auch zu essen, weil sie zum Beispiel demenzkrank sind. Andere Menschen wollen zwar gerne, können aber zum Beispiel aufgrund einer Schluckstörung nicht gut essen. Aber auch Schmerzen beim Essen, zum Beispiel schon alleine durch ein schlechtsitzendes Gebiss können Gründe dafür sein, dass jemand nicht oder nicht mehr alles essen möchte (Hang zu Joghurt u.ä. anstatt festen Speisen).

Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken – Tipps und Hilfsmittel

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, jemanden bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen. Achte darauf, was der Andere gerne isst oder trinkt. Damit „versüßt“ Du ihm dann das Essen!

Bei vielen Krankheiten ist es nämlich so, dass die Person keinen Hunger hat oder sich beim Essen schwer tut. Das Lieblingsgericht kann dann helfen, doch etwas zu essen.

Unterstützung beim Essen und Trinken

Auf der AOK-Seite PfiFf findest Du viele Filme, in denen gezeigt wird, wie bestimmte Hilfestellungen funktionieren. (übrigens: PfiFf“ hießt "Pflege in der Familie fördern").

In diesem Film geht es darum, wie Du Deinem pflegebedürftigen Angehörigen beim Essen und Trinken helfen kannst.

http://www.aok-pfiff.de/pflegefilme/essen_trinken/



Essen soll appetitlich gestaltet sein – das Auge isst mit.

Hilfe beim Essen

Manchmal ist es besser, über den Tag verteilt viele kleine Portionen zu essen. Wenn notwendig, hilf beim Essen, indem Du es eingibst.

Vermeide den Ausdruck „füttern“.

Bei Schluckstörungen kannst Du Speisen vorher pürieren, das heißt im Mixer ganz fein zu einem Brei verrühren.

Achte darauf, dass das Essen nicht zu heiß oder zu kalt ist.

Schön ist es, wenn Ihr alle zusammen am Tisch esst – dann macht das Essen für alle gleich viel mehr Spaß. Außerdem bieten die gemeinsamen Mahlzeiten Deinem Angehörigen feste Orientierungspunkte. Dies ist wichtig, damit der Tag gut geplant werden kann. Beim gemeinsamen Essen habt Ihr die Möglichkeit, in Ruhe über unterschiedliche Sachen zu reden – als Familie wachst Ihr dann noch besser zusammen!

Muss jemand im Bett essen, dann sollte er zum Essen aufrecht hingesetzt werden.

Dein Familienmitglied soll zum Essen seine Zahnprothese (Gebiss) tragen, wenn er oder sie diese benötigt. Versuche während des Essens nicht mit Deinem Gegenüber zu sprechen. Durch das Reden kann derjenige abgelenkt werden und sich aus Versehen verschlucken.

Wenn es bestimmte Diäten einzuhalten gilt, dann halte Dich daran, auch wenn Dein Familienmitglied das nicht will. Wenn jemand Diabetiker ist, kann es zum Beispiel schlimme Folgen haben, wenn man sich nicht an die Diät hält!

Hilfsmittel:

  • spezielles Besteck mit Griffverdickung, damit man es besser in der Hand halten kann

  • Antirutschunterlage, damit der Teller nicht wegrutscht

Hilfe beim Trinken

Bei Schluckstörungen kann man Flüssigkeiten eindicken, damit keine Flüssigkeit in die Atemwege gelangt (Gefahr von Verschlucken).

Flüssigkeit vor dem Essen kann helfen, die Mundschleimhaut anzufeuchten, damit das Kauen und Schlucken leichter geht.

Hilfsmittel:

  • Strohhalm zum Knicken

  • Becher mit Griffen (evtl. auch Schnabeltasse)