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Pflegende Jugendliche - Gibt es sowas?

Johanniter-Projekt „superhands“ mit Marie-Simon-Pflegepreis ausgezeichnet

07.11.2019

Bildunterschrift von links nach rechts: Yves Rawiel (Geschäftsführer spectrumK und Initiator der Berli-ner Pflegekonferenz), Ralph Knüttel (Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter in Unterfranken), Ursula Krickl (Referatsleiterin für Soziales, Jugend und Gesundheit des Deutschen Städte- und Ge-meindebundes), Andreas Westerfellhaus (Staatssekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesre-gierung).

Bildnachweis: Sandra Wildemann

In Deutschland gibt es über 480.000 Kinder und Jugendliche, die ihre El-tern, Geschwister oder Großeltern zu Hause pflegerisch unterstützen müssen. Häufig stehen die Kinder und Jugendlichen mit den Erfahrungen, die sie täglich machen, alleine da und wissen nicht, wie sie mit belastenden Situationen umgehen sollen. „Diese Kinder brauchen dringend Unterstützung“, so Ralph Knüttel, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter in Unterfranken. Als Experten im Bereich der ambulanten Pflege sowie in der Kinder- und Ju-gendarbeit entwickelten die Johanniter deshalb das Projekt „superhands“, mit dem sie den pflegenden Kindern und Jugendlichen, auch Young Carers genannt, mit leicht verständlichen Informationen und Tipps zur Seite stehen wollen. Am Donnerstag, den 7. November wurde den Johannitern im Rahmen der Berliner Pflegekonferenz dafür der Marie Simon Pflegepreis verliehen. Die Jury würdigt mit der Auszeichnung den Einsatz und die Weitsicht des Projekts, sich diesem drängenden Problem zu widmen.


Ausgelobt wird der Preis, der unter der Schirmherrschaft des Staatssekretärs Andreas Wes-terfellhaus steht, vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und spectrumK, dem Partner der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Eine fachkundige Jury, der u.a. Experten aus Sozialversicherungsträgern, Wirtschaft, Gesundheitspolitik und Pflege angehören wählten aus letztlich fünf Nominierten „superhands“ als Preisträger aus. „Wir freuen uns sehr, dass „superhands“ ausgewählt wurde“, strahlt Knüttel, „mit dem Preisgeld wollen wir das Projekt weiter ausbauen. Im Vordergrund steht für uns jedoch die durch den Preis gewonnene Auf-merksamkeit.“ Die Tatsache, dass so viele Kinder und Jugendliche bereits heute in die Pflege eingebunden sind, muss bei Politik und Gesellschaft erst noch richtig ankommen, um Hilfsangebote weiter ausbauen zu können.