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Arterielle Hypertonie

Andere Bezeichnungen:

Bluthochdruck

Definition - Was ist das?

Bei einer Hypertonie, oder auch Bluthochdruck, ist der Druck in den Blutgefäßen (also Arterien und Venen) des Körpers zu hoch. Der Hypertonus (= zu hoher Druck) ist eine der schwerwiegendsten und häufigsten Ursachen für Folgeprobleme durch Gefäß- und Herzschädigungen.

Das Blut in unserem Körper wird von zwei verschiedenen Arten von Gefäßen transportiert. Durch die Arterien fließt es vom Herzen weg in unseren Körper, durch die Venen kommt es wieder zurück zum Herzen. Die Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut zu jeder Körperzelle und versorgen sie damit. Die Venen „holen“ das verbrauchte, sauerstoffarme Blut wieder ab und bringen es über das Herz zu den Lungen. In den Lungen wird dem Blut wieder Sauerstoff zugefügt und der Kreislauf beginnt von neuem.  Der Blutdruck ist  der Druck, mit dem das Blut durch die Arterien und Venen fließt. Das ist wie bei dem Wasserdruck: Ohne diesen Druck fließt in den Leitungen kein Wasser. Das Herz sorgt dafür, dass das Blut durch den Körper fließen kann, indem es pumpt. Der Blutdruck wird mit einer Blutdruckmanschette und einen Stethoskop gemessen. Damit hört man, mit welchem Druck das Blut fließt. Ein normaler Wert wäre ungefähr 130/80 mmHg.

Prinzipiell werden zwei Formen der Erkrankung unterschieden: die primäre und die sekundäre Hypertonie. Bei über 90 Prozent der Betroffenen liegt eine primäre oder essenzielle Hypertonie vor. Das bedeutet, dass der Bluthochdruck selbst die Erkrankung ist. Bei der sekundären Hypertonie hingegen ist der Bluthochdruck eine Folgeerscheinung von Erkrankungen anderer Organe, beispielsweise der Nieren oder Nebennieren. Wenn allerdings die zugrunde liegende Erkrankung erfolgreich behandelt wird, normalisieren sich in Folge meist auch die Blutdruckwerte.

Wie bekommt man das?

Die exakten Mechanismen, die zur Entstehung einer primären oder essenziellen Hypertonie führen, sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Bisher ist aber bekannt, welche Faktoren zur Entstehung der Erkrankung führen können.

Erbliche Veranlagung: Wenn ein Familienmitglied bereits unter Bluthochdruck leidet, kommt es häufiger vor, dass weitere Familienmitglieder diese Krankheit bekommen können.

Alter: Die Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck zu erkranken, steigt mit dem Alter an, da die Arterien an Elastizität verlieren.

Zusätzlich können folgende Faktoren das Hypertonie-Risiko erhöhen:

  • Übergewicht (vor allem mit dickem Bauch)

  • Bewegungsmangel

  • dauerhafte Stressbelastung

  • Rauchen

  • hoher Salzkonsum

Woran kann man bemerken, dass der Blutdruck zu hoch ist?

Es gibt gewisse Warnsignale, , die in den meisten Fällen aber erst spät auftreten. Zu diesen Anzeichen gehören:

  • Kopfschmerzen (oft beim Aufwachen und vor allem im Hinterkopfbereich)

  • Schwindel

  • Sehstörungen

  • Schlafprobleme

  • häufiges Nasenbluten

  • Atemnot bei körperlicher Belastung

  • Nervosität

Was kann passieren?

Das Gefährliche an der arteriellen Hypertonie ist, dass sie oft über Jahre hinweg ohne Beschwerden verläuft. Viele Betroffene wissen oft nichts von ihrer Erkrankung. Bleibt der Bluthochdruck unbehandelt, kommt es im Lauf der Zeit allerdings zu einer nachhaltigen Schädigung von Herz und Gefäßen. Zu hoher Blutdruck ist eine ernstzunehmende Krankheit und sollte daher immer behandelt werden.

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

Das Alter kann man ja leider nicht ändern, aber im Bereich der Lebensgewohnheiten können Menschen das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken ganz entscheidend ändern bzw. beeinflussen: Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört, das Übergewicht reduziert, sich gesünder ernährt und regelmäßig bewegt, kann das Risiko für Arterienverkalkung (Atherosklerose oder Arteriosklerose) auf diese Weise deutlich senken.

Vorbeugung hilft: Am besten man lässt den Blutdruck jedes Jahr ärztlich kontrollieren. Durch diese Vorsorgemaßnahme lässt sich die "stille" Erkrankung erkennen und rechtzeitig behandeln, noch bevor sich Folgeerscheinungen an Gefäßen und anderen Organen einstellen.

Wichtig ist, dass man den Blutdruck regelmäßig kontrolliert (daheim oder beim Hausarzt). Wenn die Lebensumstellung auch keine Besserung bringt, muss man möglicherweise auch blutdrucksenkende Tabletten nehmen, das entscheidet aber der Arzt.

Wenn eines Deiner Familienmitglieder an zu hohem Blutdruck leidet, kannst Du auf Folgendes achten:

  • Messe regelmäßig den Blutdruck oder sorge dafür, dass regelmäßig der Blutdruck gemessen wird

  • Achte darauf, dass die vom Arzt verschriebenen Medikamente auch regelmäßig eingenommen werden

  • Achte darauf, dass Dein Familienmitglied viel Obst und Gemüse isst, wenig tierisches Fett und wenig Salz. So ernährt sich dann die ganze Familie gesund und ihr habt alle was davon.

  • HINWEIS: Tierische Fette werden aus Milch in Form von Butter, Butterschmalz, Sahne und Käse gewonnen und von Schlachttieren wie Speck, Schmalz und Talg. Pflanzliche Fette werden aus Sonnenblumenkernen, Kokosnüssen, Ölpalmfrüchten, Sojabohnen, Erdnüssen, Getreidekeimen, Leinsamen oder Oliven gewonnen

  • Achte auf ausreichende Bewegung, das tut gut und hilft beim Abnehmen

  • Achte auch auf Ruhepausen, um die Stressbelastung zu verringern