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Borderline - Persönlichkeitsstörung

Andere Bezeichnungen:

Definition - Was ist das?

Menschen mit einer Borderline-Störung sind nicht einfach nur „schwierige Menschen“. Sie leiden an einer inzwischen gut erforschten Krankheit- Diese Krankheit macht nicht nur ihnen selbst das Leben schwer, sondern auch allen jenen, die mit ihnen leben, mit ihnen arbeiten, und allen, die ihnen helfen wollen.

Der betroffene Mensch kann weder in sich selbst, noch in seine Umwelt Vertrauen setzen. Daher erlebt er sich und andere als unsicher, instabil, chaotisch, und er hat Angst um sein Leben. Er verhält sich daher unter Umständen auch so, als wenn er eine akute Bedrohung abwenden muss, d.h. er greift andere Menschen grundlos an.

So leben zu müssen ist eine ganz schöne Qual. Die Betroffenen zeigen Verhaltensweisen, die sie selbst, aber auch ihre Freunde und Familie irritieren und verunsichern. Durch diese Handlungen können auch Beziehungen und Freundschaften zerstört werden.

Helfen kann man, wenn man versucht, sich in die betroffene Person hineinzuversetzen. Denn wer versteht, wie sich der andere fühlt, wird besser auf ihn eingehen können.

Das Wort „Borderline“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Grenzlinie“ oder auch „grenzwertig“. Die Krankheit zählt zu den psychiatrischen Erkrankungen (affektive Störung. Betroffene haben keine körperlichen Krankheitsanzeichen, dafür aber psychische Probleme. Sie tun sich schwer, Gefühle und Verhalten richtig einzuordnen und haben oft sehr wechselnde Gefühle einer anderen Person gegenüber. Betroffene können oft sehr spontan und von etwas sehr begeistert sein, und in der nächsten Minute können sie sich für diese Sache gar nicht mehr interessieren. Oftmals ist es sehr schwierig, diese Krankheit sicher festzustellen. Daher sollte man bei den unten genannten Anzeichen unbedingt zu einem Arzt gehen und sich „durchchecken“ lassen!

Anzeichen können sein:

  • Stimmungsschwankungen, die sehr heftig sein können (also zum Beispiel Traurigkeit, die im nächsten Moment in absolute Euphorie umschlägt)

  • Verlustängste

  • Sich selbst verletzten: z.B. Haare ausreißen, sich mit einem Messer schneiden, Medikamente oder Spülmittel schlucken

  • Sich selbst ganz bewusst gefährlichen Situationen aussetzen

  • Gefühl von totaler innerer Leere

  • Häufige Wutausbrüche, die selber nicht mehr in den Griff zu kriegen sind

Wie bekommt man das?

Nach den Ursachen der Borderline-Störung wurde in den letzten Jahren sehr intensiv geforscht. Es ist nicht klar zu sagen warum Menschen daran erkranken können. Aber einige Faktoren scheinen häufiger vorzukommen bei Menschen mit dieser Krankheit: So haben ein Großteil der Betroffenen in ihrer Kindheit schwere Traumata erlitten.

Dazu zählen Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch und körperliche Gewalt), aber auch Vernachlässigung, ein Todesfall der Eltern oder eines Elternteils in sehr frühen Jahren. Aber nicht jeder Mensch, der ein Trauma erlitten hat, entwickelt auch eine Borderline-Störung und nicht jeder von Borderline Betroffene hat ein Trauma erlebt. Es gibt daher noch weitere Einflussfaktoren.

Vielfach wird heute angenommen, dass Borderline-Betroffene besonders in der Lage sind sehr starker Emotionen (Gefühle) zu erleben. Gefühle wie Traurigkeit, Eifersucht, Freude oder Liebe werden sehr viel stärker erlebt, als das bei anderen Menschen der Fall ist. Bei den Betroffenen können diese Gefühle oft sehr lange anhalten, so dass sie teilweise unerträglich werden. Viele der typischen Borderline-Symptome sind dann Versuche der Betroffenen, ihre Gefühle doch wieder in den Griff zu bekommen.

Einige Meinungen von Fachexpertinnen und Fachexperten gehen auch davon aus, dass ein bestimmter Verhaltensstil der Umgebung an der Entstehung der Borderline-Problematik beteiligt sein kann Betroffene wurden in ihrer Kindheit von ihren engsten Bezugspersonen (Familie, Freunde, Verwandte) in der Wahrnehmung ihrer Gefühle und Eindrücke oftmals nicht ernst genommen bzw. nicht unterstützt oder bestätigt. Stattdessen wurde ihr Empfinden als falsch, übertrieben oder unangemessen ausgelegt.

Ein Beispiel: Ein Kind sagt, dass es Angst habe und sich fürchtet, aber die Eltern geben dem Kind die Rückmeldung, es könne gar nicht sein, dass es Angst habe. Dadurch kann das Kind kein Vertrauen in die eigenen Gefühle entwickeln. Ein solcher Verhaltensstil wird in der Fachsprache als "invalidierendes Umfeld" bezeichnet und findet sich in unterschiedlicher Ausprägung in jeder Familie. Wenn die Eltern selbst belastet sind oder ihr Kind zu starker Emotionalität neigt, kann dieser Stil jedoch verstärkt werden.
Besonders häufig betroffen von dieser Krankheit sind Frauen.

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

Eine Therapie in der Betroffene lernen mit ihrer Stimmung umzugehen, ist oft sehr hilfreich, damit der Alltag und alle Stresssituationen besser gemeistert werden können. Neben dieser Gesprächstherapie bekommen Betroffene auch manchmal Medikamente, durch die es ihnen besser geht.

Für Dich ist es bestimmt schwer mit jemanden zusammenzuleben, bei dem das Borderline-Syndrom diagnostiziert wurde, da die Stimmungen oft unberechenbar sind. Wichtig ist, Aussagen, die in Wut oder Zorn gemacht werden, nicht persönlich zu nehmen.

Wenn Dir solche Anzeichen bei einem Familienmitglied auffallen, müssen alle zusammenhelfen und versuchen, dass eine Behandlung begonnen wird.