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Demenz

Andere Bezeichnungen:

Definition - Was ist das?

Demenz ist ein Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen. Diese Erkrankungen bewirken alle einen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeiten (z.B. Erinnerung, Lesen, Rechnen und Schreiben). Sie können auch dazu führen, dass sich die Persönlichkeit der Betroffenen verändert. So kann es zu Stimmungsschwankungen kommen. Manche Leute werden sehr traurig, manche aggressiv und wütend. Wenn ein Mensch älter wird, kann es schon mal passieren, dass er vergisst, wo er etwas hingelegt hat, oder dass ihm vielleicht ein Name nicht sofort einfällt. Diese kleinen Dinge sind oft ganz normal und können jedem einmal passieren, zum Beispiel wenn man gestresst ist.

Wenn jedoch die Krankheit „Demenz“ hinter der Vergesslichkeit steht, treten diese Symptome öfter auf und werden mit der Zeit auch schlimmer. Ein paar Beispiele könnten sein:

  • Verwechslung von Tagen, Monaten oder sogar Jahreszeiten

  • Ständiges Suchen nach der Brieftasche oder Brille

  • Man vergisst den Namen eines guten Freundes oder einer Ortschaft in der man gerne war.

  • Es kann auch sein, dass man gewisse Dinge gar nicht mehr benennen kann, weil einem das richtige Wort nicht einfällt. Stunden später kann es sein, dass dieses einem doch wieder einfällt.

Verwirrt sein ist ein Krankheitsanzeichen der Demenz und ist für Betroffene oft genauso belastend, wie die Vergesslichkeit selbst.

Verwirrtheit äußert sich auch in verschiedensten Formen:

Manche Menschen stehen mitten in der Nacht auf und wollen arbeiten gehen, obwohl sie erst in mehreren Stunden aufstehen müssten. Häufig funktioniert das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr gut. Man merkt sich neue Sachen sehr schlecht, oder vergisst sie. Zum Beispiel, dass man die Zeitung von heute schon vor einer Stunde gelesen hat.

Das Langzeitgedächtnis funktioniert sehr gut. Man kann sich an alles von früher noch genau erinnert, weil diese Dinge im Gehirn anders gespeichert werden.
Verwirrtheit bedeutet auch, dass man nicht weiß, was man mit manchen Gegenständen tun soll. Es passiert auch, dass Gegenstände oft ganz falsch verwendet werden. So versucht man zum Beispiel mit einer Gabel Suppe zu essen. Oder man legt die soeben geholte Post aus dem Briefkasten in den Kühlschrank ab.

Wie bekommt man das?

Eine Demenz kann durch verschiedene Veränderungen im Gehirn hervorrufen werden. Als häufigste Ursache von Demenz wird heute die Alzheimer-Krankheit angesehen. In vielen Fällen können aber mehrere Ursachen gemeinsam an der Entstehung einer Demenz beteiligt sein:

  • Alzheimer-Demenz (Schrumpfung der Gehirnmasse)

  • Schlaganfall

  • Durchblutungsstörungen im Gehirn

  • Infektionen

Was kann passieren?

Wichtig: Du darfst nicht gekränkt sein, wenn Dich Deine Oma oder Dein Opa auf einmal nicht mehr erkennt.

  • Zeitliche, örtliche Orientierungsstörungen (man weiß nicht mehr, wo man ist und welche Tageszeit gerade ist)

  • verschlechterte Merkfähigkeit (man vergisst, über was gerade gesprochen wurde und fragt mehrmals hintereinander die gleiche Frage)

  • Unruhe und Anspannung

  • langsame Reaktionszeit

  • Sprachstörungen

  • Sprechen von zusammenhanglosen Sätzen

  • Schwierigkeiten, sich selbst oder eigene Familienmitglieder zu erkennen

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

Demenzkranke Personen können nichts für ihre Krankheit. Daher ist es wichtig, dass Du ihnen nicht das Gefühl gibst, sie nerven, wenn sie Dich mehrmals hintereinander das Gleiche fragen. Es tut zwar weh, wenn Dich Deine Oma nicht mehr als ihr Enkelkind erkennt. Aber Deine Oma hat Dich deswegen trotzdem noch lieb! Schuld daran ist die Demenz! Versuche trotzdem, Deine Oma so wie immer zu behandeln.

Es gibt einige „Grundregeln“, wie Du am besten mit einer Person sprichst, die an Demenz leidet.

  • Versuche einfache Sätze zu verwenden, um Dein Familienmitglied nicht zu überfordern(zum Beispiel möglichst kurze Sätze ohne Fremdwörter)

  • Gezieltes Lob und respektvoller Umgang bringen mehr als Kritik und Streit

  • Versuche die betroffene Person sinnvoll zu beschäftigen und passe die Tätigkeit dem Können an. Ansonsten fühlt sich der Mensch schnell überfordert und frustriert

  • Akzeptiere die eigene Welt, in der Menschen mit ihrer Krankheit leben müssen

  • Stelle Dich darauf ein, dass Betroffene oft sehr emotional und gefühlsbetont sind

  • Auch wenn es manchmal lustig wirkt, lache Dein Familienmitglied nicht aus, wenn es etwas „falsch“ macht. Das kann sehr verletzend, peinlich und kränkend sein. Erkrankte Menschen haben das nicht bewusst „falsch“ gemacht und schämen sich dafür.

  • Am Beginn der Krankheit können Gedächtnistrainings helfen. Man kann Rätsel lösen, Spiele spielen oder Übungen für die Koordination machen. So wird das Gehirn trainiert und die Krankheit verläuft langsamer