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Depression

Andere Bezeichnungen:

Definition - Was ist das?

Die Depression ist eine psychische Erkrankung. Sie hat unterschiedliche Krankheitszeichen und verläuft auch bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Durch die Depression wird das alltägliche Leben auch unterschiedlich schwer eingeschränkt.

Manche Menschen fühlen sich „nur“ sehr niedergeschlagen. Sie schaffen es aber trotzdem noch, ihren Alltag zu meistern (also zum Beispiel Einkaufen gehen, Arbeiten, Kochen und Putzen) Andere hingegen sind nicht mehr in der Lage das Leben in gewohnter Weise zu leben. Sie fühlen sich ständig schlecht gelaunt, trost- und hoffnungslos Diese Leute haben auch keine Kraft mehr, sich mit Freunden zu treffen, ihren Hobbys nachzugehen. Dazu können auch noch körperliche Probleme kommen: Schlaf- und Appetitstörungen und auch Schmerzen.

Eine Depression ist eine psychische Krankheit. Das bedeutet, dass es wenig körperliche Anzeichen gibt. Dafür gibt es aber viele Anzeichen im persönlichen Verhalten und Denken. Depressiv sein bedeutet, dass man zutiefst traurig ist und sich als schlechter Mensch fühlt. Viele depressive Menschen glauben auch, dass sie im Leben nichts schaffen können und werden.

Wichtig:

Für Angehörige ist es oft nicht leicht, mit einem depressiven Familienmitglied zu leben. Viele wissen nicht, wie sie mit dem Betroffenen am besten umgehen sollen. Die Angehörigen fühlen sich hilflos, ärgern sich vielleicht über den Erkrankten oder fragen sich, was sie selbst falsch gemacht haben. Dauert die Depression längere Zeit an, fühlen sich viele Angehörige überlastet oder sogar völlig erschöpft. Die Angehörigen müssen nun viele Aufgaben übernehmen, die früher ihr Familienmitglied erledigt hat (zum Beispiel Einkaufen gehen oder Wäsche waschen).

Folgende Tipps können helfen, mit der Depression eines Angehörigen besser umzugehen (orientiert an Tipps vom „Kompetenznetz Depression“):

 

  • Versuche zu akzeptieren, dass Dein Angehöriger krank ist. Eine Depression ist kein Zeichen von Willensschwäche, sondern eine Krankheit! Durch eine gute Behandlung kann sie geheilt werden.

  • Sätze wie „Reiß Dich zusammen“ helfen dem Erkrankten nicht. Solche Aufforderungen führen eher dazu, dass sich Dein Familienmitglied noch schlechter fühlt. Schließlich ist er ja nicht mit Absicht depressiv.

  • Hab Geduld. Viele depressive Menschen ziehen sich zurück, sind weniger unternehmungslustig, raunzen ständig und sehen keine Hoffnung mehr für sich. In diesen Situationen brauchen die Menschen viel Geduld und Verständnis. Es bringt nichts, mit dem Betroffenen darüber zu streiten, ob seine Sichtweise gerechtfertigt ist. Mach ihm stattdessen deutlich, dass er unter einer Erkrankung leidet, die man behandeln kann und die mit der Zeit auch wieder vergeht.

  • Versuche den Erkrankten zu motivieren. Unterstütz ihn dabei, wenn er von sich aus etwas ändern möchte und zu einem Arzt gehen möchte. Zwinge ihn aber nicht, zu einem Arzt zu gehen. Überfordere ihn auch nicht, in dem Du ihm gleich zwanzig Fachärzte für Depressionen vorschlägst.

  • Achte auf Dich selbst! Wenn ein Familienmitglied längere Zeit depressiv ist, ist dies auch für Dich ganz schön anstrengend! Nimm Dir deshalb auch mal Zeit für Dich. Tu´ dir selbst etwas Gutes, wie z.B. Dich mit Freunden treffen, Deinen Lieblingssong hören, ein Buch lesen oder gemeinsam ein lustiges Video ansehen.

  • Lass Deine eigenen Gefühle zu! Oft erleben Angehörige Gefühle der Wut, der Trauer, der Hilflosigkeit oder der Verzweiflung. Nimm diese Gefühle ernst!, Es ist völlig okay, wenn Du Probleme hast, mit einem depressiven Menschen zusammen zu leben.

  • Oft ist es hilfreich, mit jemandem über Deine Gefühle zu sprechen.

Wie bekommt man das?

Eine Depression wird durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgelöst und aufrechterhalten. Dabei spielen sowohl biologische, als auch psychische und psychosoziale Dinge eine wichtige Rolle.

Zum Beispiel wird durch belastende Lebensereignisse eher eine Depression ausgelöst, wenn in der Familie bereits eine andere Person schon eine Depression hat.

Folgende Faktoren können eine Depression auslösen:

  • Verlustängste

  • Störungen in der Kindheit

  • Traumatische Erlebnisse (zum Beispiel Tod eines Elternteils)

  • Erbliche Faktoren (also wenn jemand aus Deiner Familie schon mal eine Depression hatte)

  • Körperliche Erkrankungen

  • Biologische Faktoren

  • Lichtentzug: Tritt meist nur im Herbst und Winter auf

  • Bestimmte Medikamente, Drogen, Alkohol

Was kann passieren?

Eine depressive Episode ist durch mehrere Hauptanzeichen gekennzeichnet. Dazu gehören vor allem eine tiefe Niedergeschlagenheit und die Unfähigkeit, Freude und Interesse an Alltagsaktivitäten oder Vergnügungen zu empfinden.

Zudem erleben Menschen mit Depression häufig einen verminderten Antrieb – sie sind weniger aktiv als sonst, ziehen sich vor anderen Menschen zurück und haben häufig Schwierigkeiten, sich selbst zu alltäglichen Dingen aufzuraffen.

Diese Symptome werden oft von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Ängsten und einer ausgeprägten Sorge um die Zukunft begleitet.

  • tiefe Traurigkeit und Niedergeschlagenheit

  • sehr geringes Selbstwertgefühl

  • Antriebslosigkeit

  • Müdigkeit und Schlafstörungen

  • kein Interesse an Aktivitäten

  • Konzentrationsstörungen

  • Ängste

  • Schlafstörungen

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

Gegen Depressionen gibt es sehr wirksame Therapien, die aus der Einnahme von Medikamenten und Psychotherapie bestehen.

Für Dich gibt es hier ein paar wichtige Punkte, die Du im Umgang mit depressiven Menschen beachten solltest.

  • Sei geduldig mit Deinem Familienmitglied und nimm es nicht persönlich, wenn dieses keine Lust hat, etwas zu unternehmen.

  • Achte darauf, dass Dein Familienmitglied die Medikamente einnimmt.

  • Sprich ganz normal mit Deinem Familienmitglied. Verwende keine Floskeln wie „das wird schon wieder“ oder „Kopf hoch“. So fühlt man sich nicht ernst genommen.