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Hemiplegie / Hemiparese

Andere Bezeichnungen:

Halbseitenlähmung

Definition - Was ist das?

Die Hemiplegie oder Halbseitenlähmung ist die Lähmung einer Körperhälfte Die Lähmung ist die Folge einer Störung in einer Gehirnhälfte.

Ist die Körperhälfte vollständig gelähmt, dann spricht man von Hemiplegie. Das griechische Wort hemi bedeutet halb oder einseitig, plegie bedeutet Schlag.

Ist die Körperhälfte nicht völlig lahm sondern beeinträchtigt, dann spricht man von Hemiparese. Parese heißt Erschlaffung. In diesem Fall kann die Körperhälfte teilweise bewegt werden und die Empfindung ist beeinträchtigt. Man fühlt etwa ein Kribbeln.

Wie bekommt man das?

Die halbseitige Lähmung entsteht häufig nach einem Schlaganfall, bei dem eine Gehirnhälfte zu wenig mit Sauerstoff versorgt wurde.

Sie kann aber auch die Folge eines Schädelhirntraumas sein, etwa nach einem schweren Unfall oder einem Schlag auf dem Kopf. Auch Krankheiten, wie die Gehirnhautentzündung, können eine Beschädigung einer Gehirnhälfte und damit die Hemiparese oder die Hemiplegie auslösen.

Was kann passieren?

Je nachdem wie stark das Gehirn geschädigt ist, können Körperteile schlaff herab hängen. Die Betroffenen können Probleme beim Essen und Schlucken oder beim Sprechen haben. Es ist auch möglich, dass sie den Harndrang nicht kontrollieren können (Inkontinenz).

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

In der Therapie versucht man die Selbstständigkeit zu fördern, indem man das Gehirn durch Übungen angeregt und fördert. Viele Dinge können wieder neu gelernt werden, weil andere Teile des Gehirns die „Arbeit“ übernehmen können. Viele unterschiedlich ausgebildete Fachleute helfen dabei mit (wie zum Beispiel Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden) So kann der Betroffene wieder lernen, bestimmte Muskeln zu trainieren, Körperteile zu bewegen und zu sprechen.

Was kannst Du tun?

Hilfe bei der Nahrungsaufnahme: Reiche Deinem Familienmitglied das Essen und Trinken immer über die betroffene Körperhälfte und nicht über die gesunde Körperhälfte. Dadurch muss sich das Gehirn auf die geschädigte Seite konzentrieren und es wird trainiert.

Berührungen: Den betroffenen Arm und das betroffene Bein kann man „ausstreichen“. Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf die beeinträchtigte Körperhälfte gelenkt und das Gehirn aktiviert. Das bedeutet, gut sind also viele Berührungen auf der gelähmten Seite!

Inkontinenzversorgung: Kann sein, dass Dein Familienmitglied Schwierigkeiten hat, den Harn oder Stuhl zu kontrollieren. In dem Fall hilft eine Inkontinenzversorgung.

Hilfsmittel: Oft brauchen Menschen mit einer Hemiplegie zumindest vorübergehend einen Rollstuhl. Wie man damit umgeht, findest Du in der Rubrik Pflege/Sich bewegen

Sprachstörungen: Im Fall von Sprachstörungen gibt es viele Tipps und Möglichkeiten, wie Du Dich mit Deinem Familienmitglied anders verständigen kannst.