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PTBS

Andere Bezeichnungen:

Posttraumatische Belastungsstörung

Definition - Was ist das?

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt so viel wie Wunde oder Verletzung.

Ein Trauma lässt sich auch gut mit einem "Riss" beschreiben, der durch den ganzen Menschen geht. Der Riss spaltet den Menschen in zwei Teile: In einen Teil, der etwas "Unmenschliches" überlebt hat und in den anderen Teil, der dabei "zerstört" wurde. Ein Trauma unterbricht den Lauf des Alltags, die bisherige Lebensgeschichte und die alten Gewohnheiten. Nichts scheint mehr so zu sein, wie es einmal war.

Wie bekommt man das?

Posttraumatische Belastungsreaktionen treten auf, wenn Menschen ein extrem belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung (z.B. Naturkatastrophe, schwerer Verkehrsunfall, Zugunglück, Überfall, Krieg, Folter, Vergewaltigung oder eine plötzlich auftretende lebensbedrohliche Erkrankung bzw. sehr belastende medizinische Eingriffe) erlebt haben.

So ein traumatisches Erlebnis kann der menschliche Verstand nicht begreifen und verarbeiten – es verursacht bei vielen Menschen deshalb eine tiefe Verstörung. Bei vielen Betroffenen bleibt es bei einer vorübergehenden Störung, die man als normale Reaktion auf eine “unnormale” Situation bezeichnen kann. Bei einem Teil der Traumatisierten kann es allerdings zu Spätfolgen kommen. Dann spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Was kann passieren?

Die Reaktion tritt oft erst Monate oder Jahre nach dem Erlebten auf.

Menschen reagieren auf solche traumatischen und lebensbedrohenden Erlebnisse sehr unterschiedlich:

  • man hat Erinnerungslücken an die Zeit, in der das Ereignis stattgefunden hat

  • man meidet Situationen, die dem Erlebten ähnlich sind

  • man erlebt die Situation in sogenannten „Flashbacks“ (plötzlich auftauchende Erinnerung) immer wieder

  • Geräusche, Gerüche oder Gegenstände, die der Situation ähneln, können solche Erinnerungen auslösen

  • man leidet unter Schlafstörungen, ist leicht reizbar und schreckhaft oder hyperaktiv

  • man hat wiederkehrende Erinnerungen an das Erlebte oder träumt davon

  • man fühlt sich hilflos und ausgeliefert

  • man zieht sich zurück

  • man leidet an Depressionen, das heißt man fühlt sich über einen längeren Zeitraum traurig, verzweifelt und bedrückt, müde und erschöpft

  • man empfindet keine Freude oder Vergnügen. Man zeigt kein Interesse mehr an Dingen, die man früher gerne gemacht hat und kann sich zu nichts aufraffen.

Was kann man dagegen tun? Wie kannst Du helfen?

Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung brauchen intensive Begleitung in Form einer Psychotherapie - meist über einen längeren Zeitraum. Psychotherapie findet meist in Form von Gesprächen statt und ist die Behandlung und Heilung von psychischen Belastungen oder Leiden. Anlaufstellen sind spezielle Ambulanzen einer Klinik oder Selbsthilfegruppen, in der Erfahrungen und Informationen weitergegeben werden.

Die Therapie kann das Erlebte nicht vergessen machen, es können jedoch Fähigkeiten erlernt werden, besser mit diesen Erinnerungen umzugehen.